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FORUM / Mitteilungen aus der AGSP
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Liebe Besucherin, lieber Besucher !
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Dies ist die letzte Aktualisierung unserer Mitteilungen im Jahr 2005. Wegen der neuen Besucher lassen wir die wichtigsten der alten Mitteilungen stehen.
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Im August 2000 starteten wir mit dieser Web-Seite und mit FORUM, unserer sozialpädagogischen Internetzeitschrift. Die durchschnittliche Anzahl der abgerufenen Dokumente pro Monat ist inzwischen auf über 40.000 angestiegen (vgl. Häufigkeitsdiagramm)! Unter dem Häufigkeitsdiagramm wird neuerdings auch eine Besucherstatistik geführt. Regelmäßig informieren sich Pflegeeltern, Mitarbeiter aus Behörden und Universitäten, aus Verbänden und Institutionen der Jugendhilfe, Studenten und Fachkräfte aus medizinischen, juristischen, pädagogischen und therapeutischen Berufsfeldern. Keine andere sozialpädagogische Fachzeitschrift kann eine ähnliche Akzeptanz vorweisen.
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Ein Service, der von unseren Besuchern gerne genutzt wird, ist die Zusammenstellung von Texten und Informationen unter Sachgebiete:
- Biographiearbeit
- Erziehungs- und Bildungskrise
- Geschlossene Unterbringung - pro/contra
- Traumaforschung und Traumatherapie
- Wächteramt des Jugendamtes
Zusätzliche Serviceleistungen:
- eine Site-Map verschafft Überblick über die gesamte Webseite,
- Suchhilfen erleichtern den Ein- und Durchstieg,
- die Seite ‘Buchbestellung’ gibt eine Übersicht über alle von uns präsentierten oder rezensierten Bücher mit anschließender Bestellmöglichkeit,
- Google dient Ihnen als internes und externes Sachwortverzeichnis.
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Konzeptionell haben wir in den letzten Jahren einen Wandel vollzogen. Die Deprivationsforschung der psychoanalytischen ICH-Psychologen und der Bindungstheoretiker, an der wir unter Professor Hartmanns Leitung selbst teilnahmen, hatte uns über die verheerenden seelischen Schäden aufgeklärt, die durch Vernachlässigung, Mißhandlung und Mißbrauch in der frühen Kindheit entstehen. In den letzten Jahren legte die neuropsychologische Traumaforschung offen, daß es sich nicht nur um psychische, sondern auch um gravierende physische Defekte handelt, bis hin zu massiven Substanzverlusten im Zwischenhirn (s. ’Sachgebiet Traumaforschung’). Was sich durch unsere praktischen Erfahrungen schon herauskristallisiert hatte, wird durch jene Forschung unterstrichen: traumatisierte Pflegekinder sind primär heilungsbedürftig und erst sekundär erziehungsbedürftig (s. IPP-Bericht und Malter/Eberhard). Der ursprüngliche Name – ’Intensivpädagogisches Programm’ – paßte deshalb nicht mehr, wir ersetzten ihn durch Therapeutisches Programm für Pflegekinder (TPP). Die wichtigsten Therapeutika für ungeliebte und bindungsgestörte Kinder sind die geduldige Liebe und das langfristig zuverlässige Bindungsangebot der Pflegeeltern, das nicht gestört werden darf durch überfordernde Sozialisationsziele und verfrühte Direktkontakte zur traumatisierenden Herkunftsfamilie. Unser therapeutisches Motto: Liebe, Ruhe, Stetigkeit !
Für dieses Konzept brauchen die Pflegeeltern Planungssicherheit, weil sie ihr ganzes Leben – incl. Wohnungswechsel und Aufgabe anderweitiger Berufstätigkeit – umstellen müssen. Diese Planungssicherheit wurde ihnen in Berlin durch Einführung neuer Pflegkindervorschriften genommen, in denen die Gewährung des erhöhten Förderbedarfes von regelmäßigen, sich wiederholenden Begutachtungen abhängig gemacht wird.
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Aus zwei Gründen spielt mäeutische Biographiearbeit in unseren therapeutischen Bemühungen um traumatisierte Kinder und Jugendliche eine zunehmende Rolle: Im Zuge der Traumaforschung zeigte sich (erstens), daß die narrative Verwortung traumatischer Erlebnisse eine wichtige Voraussetzung ihrer Verarbeitung ist, ganz im Sinne der von Freud bei seinen sexuell mißbrauchten Patientinnen eingesetzten ’Redekur’, und (zweitens) haben unsere Pflegekinder, wenn sie in die Pubertät kommen, durch ihre chaotische Vorgeschichte zusätzliche Identitätsprobleme, die der psychohistorischen Rekonstruktion bedürfen (vgl. ’Sachgebiet Biographiearbeit’).
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Eine weitere konzeptionelle Entwicklung ist unser Engagement für die vernachlässigten, mißhandelten und mißbrauchten Kinder, die durch den mangelhaften Kinderschutz und das z.T. sehr nachlässig wahrgenommene Wächteramt des Staates in den traumatisierenden Familien festsitzen (siehe Sachgebiet ’Wächteramt des Jugendamtes’). Dieses Engagement drückt sich auch in unseren beruflichen Aktivitäten aus: wir publizieren unsere Forschungsergebnisse (vgl. ’Publikationsliste’) und wirken vermehrt an Fortbildungsveranstaltungen mit, die bislang gut ankamen und vor allen Dingen in sehr erfreulicher Atmosphäre stattfanden. Christoph Malter ist Mitglied im Vorstand des ’Landesverbandes Schleswig-Holstein der Pflege- und Adoptivfamilien’ und der ’Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien’ (BAG-KiAP). Gudrun und Kurt Eberhard versuchen als Gutachter, die Familienrichter an den verfassungsrechtlichen Vorrang des Kindeswohls vor dem Elternrecht zu erinnern - falls sie einer solchen Erinnerung bedürfen.
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Am 3. September 2005 haben wir zusammen mit der BAG-KiAP und der Stiftung ‚Zum Wohl des Pflegekindes’ Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten zu einer Kinderschutzkonferenz zusammengerufen und Forderungen an den Gesetzgeber, die Gerichte und die Jugendämter formuliert, die demnächst als Grundlage für eine Kinderschutzresolution und eine bundesweite Unterschriftensammlung dienen sollen.
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Am 29. April 2002 wurde unser Pflegekinderprojekt mit dem Förderpreis der Stiftung Zum Wohl des Pflegekindes ausgezeichnet. Inzwischen stecken auch wir in ökonomischen Engpässen. Das Friedrichs-Stift ist nicht mehr in der Lage, das TPP so zu finanzieren, wie in früheren Jahren. Wir konnten deshalb in letzter Zeit keine neuen Pflegekinder aufnehmen. Gegenwärtig betreuen wir 30 Kinder in 16 Pflegefamilien, aufgeteilt in 2 Aktionsforschungsgruppen (s. Eberhard, Eberhard).
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Nun empfehlen wir Ihnen, den Knopf ’Neue Beiträge’ zu drücken und auch mal ins ’Magazin’ zu schauen, weil dort einige immer noch aktuelle Texte zu finden sind.
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Mit herzlich-kollegialen Grüßen Ihre Christoph Malter, Gudrun und Kurt Eberhard
p.s.: Pflegeeltern oder andere Erzieher und Sozialpädagogen, die von unseren Erfahrungen und Forschungen profitieren wollen, können uns jederzeit für Fortbildungsveranstaltungen unter prof.eberhard@t-online.de und malter@agsp.de buchen.
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