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Man mag es kaum glauben: Wieder einmal wurden Kinder entdeckt, die unter erschütternden Zuständen leben mussten. In Löhme hausten eine Mutter und ihre vier Töchter offenbar monatelang zwischen Kot, Maden und Müll.
Das Schlimme daran: Trotz zahlreicher Hinweise wusste das Jugendamt nicht mit dem Fall umzugehen. Zwar schickte man einen Mitarbeiter hin, der aber schätzte die Situation völlig falsch ein. Statt die Familie zu Hause zu besuchen, um sich einen genauen Eindruck von den Lebensverhältnissen zu machen, vertraute er auf das, was ihm Mutter und Kinder erzählten – außerhalb der vier Wände. Es handelt sich hier aber um mehr als die Verfehlung eines Einzelnen. Man kann nur mit dem Kopf schütteln, dass es das Jugendamt nicht für nötig erachtete, sofort die Schule über den Fall zu informieren.
Auch dass Hausbesuche bei solchen Hinweisen keine Pflicht sind, ist einfach nur unglaublich. Und noch etwas: In der Nachbarschaft und der Schule will man von all dem nichts mitbekommen haben. Dabei war die Wohnung am Ende derart vermüllt, dass sich schon das Bodenschutzamt eingeschaltet hatte. Nicht hingeschaut zu haben, diesen Vorwurf muss sich nicht nur das Jugendamt gefallen lassen.
Märkische Allgemeine, 7.10.08
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