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In Deutschland kommen jährlich rund 10 000 Säuglinge mit Alkoholschäden zur Welt. Etwa 4000 davon haben das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) und sind ihr Leben lang körperlich und geistig schwerbehindert, warnt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing. Ingesamt werden hierzulande etwa 700 000 Babys pro Jahr geboren.
In einer Studie der Berliner Charité gaben 58 Prozent der befragten Schwangeren an, gelegentlich Alkohol zu trinken. "Es gibt keinen sicheren Grenzwert für ungefährlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft", betont Bätzing zum Internationalen Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September. Das Bewusstsein für die mögliche Beeinflussung des Kindes, die sich auch nach einem gelegentlichen "Gläschen in Ehren" der Mutter schon in leichten körperlichen und psychischen Schädigungen oder Verhaltensauffälligkeiten äußern könne, müsse bei Ärzten, Hebammen und Schwangeren weiter geschärft werden. "Frauen aus der Mittelschicht erliegen diesem Irrtum besonders häufig", so Bätzing. Sie empfiehlt deshalb freiwillige Fragebögen für Schwangere, um das Thema ins Bewusstsein zu rücken.
Darüber hinaus beunruhige der Trend zum "Kampftrinken" mancher Teenager auch im Zusammenhang mit der Schwangerschaft von jungen Frauen. Rauschtrinken berge nicht nur Gesundheitsgefahren für Jugendliche, sondern auch erhebliche Risiken für ungeborene Kinder, warnte die Berliner Beratungsstelle für alkoholgeschädigte Kinder. Nach dem jüngsten Berliner Suchtbericht ist das Rauschtrinken weiterhin ein Phänomen der Jugendkultur, das sich durch alle sozialen Schichten zieht. Im Jahr 2006 wurden 296 Jugendliche in der Hauptstadt mit einer Alkoholvergiftung in Kliniken gebracht. Im Jahr 2000 waren es noch 156.
Spektrumdirekt, 9.9.08
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