FORUM: Internetzeitschrift des Landesverbandes für Kinder
in Adoptiv und Pflegefamilien S-H e.V. (KiAP) und der Arbeitsge-
meinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie (AGSP)


 

Nachrichten / Jahrgang 2008

 

 Gefährdung von Kindeswohl frühzeitig erkennen

Gesundheitsamt und Jugendamt setzen Landesgesetz um


Ende März ist das rheinland-pfälzische Gesetz zum Schutz von Kindeswohl und Kindergesundheit in Kraft getreten. Das Ziel der Gesetzgebung ist klar formuliert: "Jedes Kind hat ein Recht auf positive Entwicklung, Gesundheit und Entfaltung. Es ist Aufgabe der Eltern dafür Sorge zu tragen."

Eine enge Verzahnung der Tätigkeiten von Gesundheitsamt und Jugendhilfe sorgt im Landkreis Alzey-Worms dafür, dass dieses Recht den Kindern auch zukommt.

Vielfältige Initiativen zielen darauf ab, Risiken für das Wohl der Kinder frühzeitig zu erkennen und diesen entgegenzusteuern "Durch das Gesetz zum Schutz von Kindeswohl und Kindergesundheit werden sowohl dem Gesundheitsamt als auch dem Jugendamt neue Aufgaben zugewiesen", betonte Landrat Ernst Walter Görisch im Rahmen der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Über den Sachstand bei der Umsetzung des Landesgesetzes im Landkreis Alzey-Worms informierte die stellvertretende Leiterin des Kreisjugendamtes, Frederike Fleischer die Ausschussmitglieder.

"Künftig werden Eltern, deren Kinder Vorsorgeuntersuchungen versäumt haben, von einer beim Landesamt für Jugend und Soziales eingerichteten Zentralstelle aufgefordert, ihre Kinder untersuchen zu lassen. Geht selbst nach wiederholten Aufforderungen keine Untersuchungsbestätigung beim Landesamt ein, wird das Gesundheitsamt unterrichtet", so Fleischer. Als nächster Schritt werde ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes beim Hausbesuch die Erziehungsberechtigten versuchen davon zu überzeugen, die Untersuchung des Kindes durchführen zu lassen. Scheitere dieser Versuch und werde im Rahmen des Besuchs ein Hilfebedarf festgestellt,  schalte das Gesundheitsamt umgehend das Jugendamt ein. "Das Jugendamt prüft im Anschluss, ob ein Kind Hilfe braucht. Ist dies der Fall, werden die geeigneten Maßnahme getroffen", so Fleischer.

Bildung und Ausbau lokaler Netze zur Früherkennung von Risiken und Fehlentwicklungen sollen darauf hinwirken, dass alle relevanten Einrichtungen, Institutionen und Dienste konstruktiv zusammenarbeiten. Arbeitskreise und "Runde Tische" auf regionaler und interkommunaler Ebene tragen dazu bei, qualifizierte und bedarfsgerechte Angebote zur frühzeitigen Förderung von Erziehungskompetenz zu schaffen sowie die Transparenz über die unterschiedlichen Angebote und deren Möglichkeiten für Kinder und Eltern zu erhöhen.  

Zur Finanzierung dieser neuen Aufgaben von Gesundheits- und Jugendamt, die für den Landkreis sowie für die Stadt Worms zuständig sind, stellt das Land dem Kreis Alzey-Worms  rund 80 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Im Stellenplan des Landkreises sind hierfür jeweils eine Teilzeitstelle bei Gesundheits- und Jugendamt vorgesehen. 

Nibelungen Kurier, 25.6.

 

 

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