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Die Zahlen sind eindeutig: Immer mehr Jugendliche aus dem Peiner Land werden vom Jugendamt in Obhut genommen. 2004 waren es insgesamt 33 Fälle, 2005 bereits 37, im vergangenen Jahr 57 und in diesem sind es bis jetzt schon 36 Fälle, teilte das Jugendamt auf Anfrage der PAZ mit.
Die Gründe für die Vernachlässigung der Kinder und für steigende Gewalt sind umfangreich. „Häufig stammen die Kinder und Jugendlichen aus Familien, in denen das Kindeswohl - durch eine Bündelung mehrerer Risikofaktoren wie Armut, Arbeitslosigkeit, Sucht, Kriminalität, Krankheit, psychische Störungen der Eltern oder hochstrittige Trennungen - unzureichend gesichert ist. Aufgrund der umfangreichen eigenen Problemlagen haben Eltern Schwierigkeiten zu erkennen, welche Unterstützung und Förderung ihre Kinder von ihnen brauchen“, teilte Monika Steinebrunner-Fabian, Leiterin des Allgemeinen Sozialen Dienstes beim Kreis mit.
Da es Ziel des Landkreises ist, den Kindern so schnell wie möglich eine Rückkehr in die Familien zu ermöglichen, werden gleich mehrere Hilfen angeboten. Bei Gefährdungssituationen werden die Familien intensiv betreut und eine Zusammenarbeit angestrebt, die konkrete Absprachen und Hilfen beinhaltet. Lehnen Eltern eine Zusammenarbeit ab - das kommt laut Steinebrunner-Fabian nur selten vor - dann wird das Familiengericht eingeschaltet, mit dem das Jugendamt regelmäßig zusammenarbeitet. Steinebrunner-Fabian nennt auch die Zusammenarbeit mit den Familienhebammen, die Familien bis zu einem Jahr nach der Geburt regelmäßig begleiten, genau wie die Kooperation mit Familienpflegen als eine Möglichkeit der Unterstützung für Familien mit Problemen.
„Hervorzuheben ist die Kooperation zwischen Jugendhilfe und der Schule auf dem Ilseder Hüttengelände. Die beiden zuständigen Sozialarbeiterinnen des Jugendamtes haben ein Hilfekonzept mit Intensivbetreuung für solche Familien erarbeitet, deren Kinder einen Förderbedarf für soziale und emotionale Entwicklung aufweisen. In enger Zusammenarbeit zwischen Familie, Schule und Jugendhilfe wird auf diese Weise versucht, für die betroffenen Kinder eine positive Perspektive zu entwickeln.“ Monika Keil, Peine
Peiner Allgemeine, 20.07.2007
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