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Immer mehr Eltern in Deutschland fühlen sich mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden nahm im vergangenen Jahr die Zahl derjenigen Mädchen und Jungen zu, die wegen Überforderung ihrer Eltern kurzfristig in ein Jugendamt eingewiesen wurden. Der Anteil dieser Fälle als Grund für das Einschreiten der Jugendämter stieg im Vergleich zu 2004 um neun Prozentpunkte auf insgesamt 41 Prozent.
Vernachlässigung oder Anzeichen für Misshandlung oder sexuellen Missbrauch waren bei knapp einem Viertel der Minderjährigen Anlass für eine Inobhutnahme.
Gesamtzahl der Obhut-Kinder kaum verändert
Insgesamt wurden rund 25.400 Kinder und Jugendlichen im vergangenen Jahr von den Jugendämtern in Obhut genommen, teilte das Statistikamt mit. Verglichen mit 2004 bedeute das einen leichten Rückgang von knapp einem Prozent. Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Minderjährigen, die sich in einer sie akut gefährdenden Lage befinden.
Weitere Anlässe für die vorübergehende Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in einer Einrichtung der Jugendämter waren nach Angaben der Statistiker Integrationsprobleme im Heim oder in der Pflegefamilie, Kriminalität (jeweils sieben Prozent aller Fälle), Probleme in der Schule (sechs Prozent) und Suchtprobleme (vier Prozent).
Ein Drittel der Jugendlichen bittet selbst um Hilfe
Ein Drittel aller betroffenen Kinder und Jugendlichen bat selbst darum, in Obhut genommen zu werden. Die meisten der vom Jugendamt betreuten Minderjährigen waren älter als 14 Jahre (insgesamt 61 Prozent). Insgesamt waren es mehr Mädchen (56 Prozent) als Jungen, die in Obhut waren.
Ts, 10.12.06
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