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Berlin/dpa. Im jüngsten Fall von schwerer Kindesmisshandlung in Berlin ist das zuständige Bezirksamt Treptow-Köpenick möglichen Vorwürfen über ein Versagen der Behörden entgegengetreten. Im Fall des zweieinhalb Jahre alten Jungen, der vor vier Tagen mit lebensgefährlichen inneren Verletzungen in ein Neuköllner Krankenhaus eingeliefert worden war, habe es ein engmaschiges Betreuungsnetz gegeben. «Es ist außerordentlich bedauerlich, dass es trotz der intensiven Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Behörden zu einem schweren Gesundheitsschaden des Kindes gekommen ist», teilte das Bezirksamt am Dienstag mit.
Der Kindesvater, der seit Sonntag in Untersuchungshaft sitzt, sei dem Bezirksamt Treptow-Köpenick bekannt. Seit Jahresbeginn seien Vater und Sohn in Abstimmung mit dem Sozial-, Gesundheits- und Jugendamt betreut worden. Bereits seit dem 1. September 2005 erhielt der Mann laut Schreiben eine vom Sozialamt finanzierte Einzelfallhelferin, die drei Mal pro Woche in der Wohnung nach dem Rechten sah.
Noch am Abend bevor der kleine Sascha am Freitag in alarmierendem Gesundheitszustand vom Vater zu einer Kinderärztin gebracht wurde, sei die Einzelfallhelferin im Haus erschienen. «Besondere Auffälligkeiten wurden hierbei nicht festgestellt», teilte das Amt mit. Die Umstände, die zur Verletzung des Jungen geführt hätten, seien noch nicht bekannt und würden von der Staatsanwaltschaft Berlin untersucht. «Wir werden weiter ermitteln in der Hoffnung, Licht ins Dunkel zu bringen», sagte Sprecher Michael Grunwald am Dienstag.
Der Zustand des Jungen wurde zuletzt als «klinisch stabil» eingeschätzt. «Es geht ihm etwas besser, er schwebt aber noch immer in Lebensgefahr», sagte Grunwald. Wie das Bezirksamt weiter mitteilte, sei die Betreuung des Jungen im April 2006 auf einen ganztägigen Aufenthalt in der Kindertagesstätte ausgeweitet worden. Der Kindesvater sei in der Zeit als «sehr umsichtig und liebevoll» eingeschätzt worden. Bislang wurden keine Angaben dazu gemacht, wieso die engmaschige Betreuung notwendig geworden war.
MZ 07.11.06
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