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Sachsenheim, Kreis Ludwigsburg - Fünf Jahre nach dem grausamen Hungertod des fünfjährigen Pflegekinds Alexander droht ein neuer Fall die Region zu erschüttern: Zwei Mädchen im Kindergartenalter sollen von ihren Pflegeeltern aus einem Ort im Kirbachtal monatelang mit schockierenden Strafaktionen gequält worden sein.
Die zuständige Staatsanwaltschaft in Heilbronn hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Pflegeeltern aus einem Sachsenheimer Stadtteil eingeleitet. Sie sollen zwei drei und vier Jahre alte Mädchen über Monate hinweg misshandelt haben. Ein Sprecher der Polizeidirektion Ludwigsburg bestätigte am Dienstag, dass Beamte der Kriminalaußenstelle in Vaihingen den Vorwürfen nachgehen. Das Strafmaß für die Misshandlung Schutzbefohlener liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft.
Auslöser der Ermittlungen ist ein Bericht der ¸¸Bild''-Zeitung über das Martyrium des Geschwisterpaars bei seinen Pflegeeltern. Danach sollen die Sachsenheimer die beiden Zöglinge seit Februar schikaniert und gequält haben. Um sie zum Schweigen zu bringen, soll den Mädchen regelmäßig der Mund zugeklebt worden sein. Außerdem haben die Pflegeeltern die Geschwister angeblich stundenlang im Wald ausgesetzt. Bei Strafaktionen sollen sie mit Urin und kaltem Wasser übergossen worden sein.
Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf Unterlagen des Stuttgarter Jugendamts. Der Heilbronner Oberstaatsanwalt Volker Link hat den Artikel bestätigt. Offenbar ist dem Blatt eine interne Aktennotiz der Behörde zugespielt worden, in der über die erschütternden Vorfälle berichtet wird. Das Stuttgarter Jugendamt soll die beiden Mädchen an die Pflegeeltern im Kirbachtal vermittelt haben. Inzwischen sind die Kinder in ein Heim eingewiesen worden.
Unterdessen wird erneut die Frage diskutiert, wie bei der Auswahl von Pflegeeltern die betroffenen Kinder geschützt werden können. Nach Recherchen der Ludwigsburger Kreiszeitung soll das Kreisjugendamt den Stuttgarter Kollegen von den Pflegeeltern abgeraten haben. Offenbar gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die zuständige Stelle beim Besuch kein positives Bild von der Familie gewonnen hat. Der Sprecher des Ludwigsburger Landratsamts wollte dieses Gerücht am Dienstag weder bestätigen noch dementieren. Er verwies auf Nachfrage aufs Sozialgeheimnis. Sindelfinger Zeitung vom 14. 11.2001
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