|
Sangerhausen/Halle - In einer Wohnung in Sangerhausen in Sachsen-Anhalt ist am Freitag ein toter Säugling gefunden worden. "Bei ersten Untersuchungen in der Rechtsmedizin konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, woran das Kind gestorben ist", sagte der hallesche Staatsanwalt Klaus Wiechmann am Abend auf Anfrage. Er bestätigte Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung", wonach gegen die 33-jährige Mutter wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt werde. Wiechmann sagte, zur Bestimmung der Todesursache seien noch weitere chemisch-toxikologische Untersuchungen notwendig.
Es werde geprüft, ob der Mutter der Vorwurf des Totschlags gemacht werden könne. "Wir sind aber noch am Anfang unserer Ermittlungen", sagte Wiechmann. Die Frau sei am Morgen betrunken gewesen und habe einer Freundin erzählt, ihre sieben Wochen alte Tochter sei wohl nicht mehr am Leben. Die Freundin habe die Polizei benachrichtigt. Die Mutter lebte laut Wiechmann getrennt von ihrem Lebensgefährten. Dem Zeitungsbericht zufolge betreute das Jugendamt des Kreises Sangerhausen die Familie.
"Zu dem Fall in Bremen darf man noch keine Parallele ziehen, dafür wissen wir hierzu noch einfach viel zu wenig", sagte der Staatsanwalt mit Blick auf den Tod des zweijährigen Kevin. Dessen Leiche war am Dienstag im Kühlschrank des drogensüchtigen Vaters entdeckt worden. Das Kind stand unter der Vormundschaft des Staates. (dpa)
13-10-06
|