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Im Fall der in Oberschöneweide mißhandelten Isabell (4) konnte das Jugendamt gestern nicht mitteilen, welche Auflagen es vor drei Wochen erteilt hat. Eine Nachbarin hatte die Behörde damals über die Schreie des Kindes informiert. Jugendstadtrat Joachim Stahr (CDU) will heute seine Mitarbeiter dazu befragen.
Die Polizei hatte am Wochenende bekannt gegeben, daß der 25jährige Sven H. am Donnerstag abend die Tochter seiner Freundin geschlagen und unter die kalte Dusche gestellt habe. Isabell wird seitdem in einer Klinik behandelt. Das Kind hat Bißwunden und Hämatome am ganzen Körper, geschwollene Wangen, eine haarlose Stelle auf dem Kopf und Würgemale an beiden Halsseiten.
Anlaß für die Mißhandlungen sei das Erbrechen des Kindes beim Abendbrot gewesen. "Der 25jährige ist der Überzeugung, daß die Vierjährige ihn ärgern wollte. Bereits in der Vergangenheit haben er und die Mutter das Mädchen geschlagen und unter die kalte Dusche gestellt", so die Polizei. Eine Methode, die die Kindsmutter am Freitag gegenüber einer Nachbarin sogar noch verteidigt hat. Sie wurde inzwischen von der Polizei vernommen, ist aber auf freiem Fuß.
Allerdings ist nun der Kindernotdienst rechtlich für die Vierjährige zuständig.
Gegen Sven H. liegt ein Haftbefehl vor, doch auch er ist auf freiem Fuß. Solch eine Haftverschonung gewähren Richter, wenn keine Flucht- oder Wiederholungsgefahr besteht. Die Polizei ermittelt zudem wegen Rauschgiftbesitz.
Die Mutter des Kindes soll in Marzahn gemeldet sein. "Wir werden das heute prüfen und in dem Fall das dortige Jugendamt informieren", sagt Stahr. Seiner Behörde seien in den vergangenen sechs Wochen vier Kindesmißhandlungen angezeigt worden. ali/mb/tal
Die Welt, 15. August 2005
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