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BAD-SODEN-SALMÜNSTER. Der mysteriöse Fall der 18-monatigen Sabrina, die vor elf Monaten spurlos verschwand, hat ein juristisches Nachspiel. Gegen eine ehemalige Mitarbeiterin aus dem Jugendamt des Main-Kinzig-Kreises hat die Staatsanwaltschaft Hanau jetzt Anklage wegen "gröblicher Verletzung der amtlichen Fürsorge- und Erziehungspflichten" erhoben.
Der 51-Jährigen war bereits im Juni 2000 fristlos gekündigt worden, weil sie sich über Monate hinweg trotz mehrfacher konkreter Hinweise einer Ärztin, von Erzieherinnen und aus der Bevölkerung nicht um das Schicksal des kleinen Kindes gekümmert hatte.
Die Kripo geht davon aus, dass die auffällig apathische und unterernährte Sabrina vermutlich bereits vor ihrem angeblichen Verschwinden verhungert oder bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und ihr Leichnam beseitigt wurde. Die alkoholkranke Mutter hatte angegeben, Sabrina sei am helllichten Tag von ihrer Wohnungsterrasse in dem 750-Einwohner-Dorf Romsthal (Bad Soden-Salmünster) entführt worden. jan Frankfurter Rundschau - 13.3.2001
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Kommentar: Wir haben hier im Forum so oft die Verantwortung und das Wächteramt des Jugendamts angemahnt, daß wir nun nicht lamentieren dürfen, wenn eine Kollegin vor Gericht Rechenschaft ablegen soll. Aber es mutet schon seltsam an, daß die Leitung des Jugendamts nicht zur Verantwortung gezogen werden soll. In den sechziger Jahren misshandelte in Berlin ein Pflegevater - im Hauptberuf Polizist - sein Pflegekind zu Tode und wurde dafür verurteilt. Ella Kay, eine der tüchtigsten Jugendsenatorinnen dieser Stadt, übernahm sofort die politische Verantwortung und trat zurück. Wer übernimmt die politische Verantwortung im Main-Kinzig-Kreis? Kurt Eberhard (März 01)
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