FORUM: Internetzeitschrift des Landesverbandes für Kinder
in Adoptiv und Pflegefamilien S-H e.V. (KiAP) und der Arbeitsge-
meinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie (AGSP)


 

Nachrichten / Jahrgang 2004

 

Mutter im Rausch, Baby verwahrlost


Eisenhüttenstadt (suw) Dank eines Mannes, der die Schreie eines verwahrlosten Babys nicht mehr ertragen konnte, ist in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) jetzt ein schwerer Fall von Fürsorge- und Aufsichtspflichtverletzung aufgedeckt worden.

Der Mann war wegen des schreienden Babys Mittwochnacht über den Balkon in die Wohnung einer Frau eingestiegen, die so betrunken war, dass sie sich um das Kind nicht mehr kümmern konnte. Sie wurde wegen des Balkonkletterers so laut, dass Anwohner die Polizei alarmierten. Als die Beamten die Wohnung der 22-jährigen betraten, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Die Mutter völlig betrunken, eine 40-jährige Besucherin ebenfalls, überall lagen Möbelteile, volle und leere Bierflaschen herum und in der Küche stapelten sich die prallen Müllsäcke. Hausbewohner sagten aus, dass die junge Mutter ihr Kind oft allein lasse und später betrunken nach Hause käme.

Das vier Monate alte Mädchen wurde zur Betreuung ins Eisenhüttenstädter Krankenhaus gebracht. Gegen die 22-jährige Mutter wird ermittelt. Das Jugendamt prüft derzeit den Fall.
MOZ, 7.6.2004

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Jugendamt sieht keine Gefahr für Baby

Eisenhüttenstadt (ndt) Das Jugendamt des Landkreises 0der-Spree hatte schon vor dem Einschreiten der Polizei Ende vergangener Woche Kenntnis über beunruhigende Zustände in der Wohnung der 22-jährigen Mutter um des vier Monate alten Babys in Eisenhüttenstadt.

Aussagen von Jugendamtsleiterin Dr. Ulrike Rothe zufolge gab es wiederholt Hinweise darauf, dass das Kind des öfteren ununterbrochen schrie. Hausbesuche bei der Mutter hätten jedoch nie zu Beanstandungen geführt.

Auch nach dem Vorfall Ende vergangener Woche, als die Polizei der volltrunkenen Mutter das Baby abnahm und ins Krankenhaus brachte, gibt es nach Auffassung des Jugendamtes keinen Grund, das Neugeborene weiterhin von der Mutter fernzuhalten. Eine Untersuchung im Krankenhaus habe ergeben, dass das Baby nicht vernachlässigt worden ist. Zudem sei bei Besuchen des Jugendamts in der spärlich eingerichteten Wohnung alles zur Versorgung des Säuglings Notwendige vorgefunden worden.

Die Mutter habe außerdem beteuert, dass es sich bei dem Trinkgelage um einen einmaligen Vorfall gehandelt habe. Dennoch schaue das Jugendamt des Landkreises ihr zukünftig auf die Finger und lasse sich vom behandelnden Arzt über den Gesundheitszustand des Babys informieren.

Das Einschreiten der Polizei am Donnerstag vergangener Woche, als das Baby in Anwesenheit der betrunkenen Mutter und weiterer alkoholisierter Personen unaufhörlich schrie, hält das Jugendamt nach Aussage von Amtsleiterin Dr. Ulrike Rothe jedoch für angemessen.

MOZ, 9.6.2004

 

 

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