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Frankfurt/Oder - Zwei Mal in der Woche besucht Marcel Sch., 29, sein Söhnchen Pascal in der Reha-Klinik in Brandenburg/Havel. Er spricht mit ihm. Doch das Kind kann ihn nicht erkennen. Peiniger Marcel O., aus Strausberg, der dem Jungen dies antat, bekam elf Jahre Haft, Pascals Mutter Melanie J., 21, die dem Treiben tatenlos zusah, 3 Jahre (BZ berichtete). Der verzweifelte Vater ist froh über das harte Urteil. Aber er ist voller Wut auf das Jugendamt. Sein Anwalt will jetzt gegen zwei Mitarbeiterinnen Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen. Pascal war ein fröhliches Kind, aufgeweckt, freundlich - bis Marcel O. in sein Leben trat. Heute liegt der Junge in einem Klinikbettchen. "Er ist nur noch ein Nervenbündel, leben kann man das nicht nennen", hatte Richter Ulrich Gräbert in seiner Urteilsbegründung gesagt. Pascal ist noch immer blind. Er kann seine Bewegung nicht koordinieren, muss künstlich durch eine Sonde ernährt werden. Und das wird wohl sein Leben lang so bleiben.
Der leibliche Vater hatte vor dem 3. März, als Pascal endlich ins Krankenhaus kam, immer wieder die Behörden über Misshandlungen informiert und um das Sorgerecht gekämpft. Doch niemand hatte ihm zugehört. Auch jetzt kämpft er weiter um seinen Sohn. "Ich will meine Rolle als Vater wahrnehmen. Ich will für meinen Sohn da sein", sagt Marcel Sch. Auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat inzwischen ein Verfahren wegen Falschaussage eingeleitet. Eine Polizistin, die die Anzeige des Vaters bearbeitete, hatte im Prozess gesagt, dass sie das Jugendamt informiert habe. Das Jugendamt bestritt das. "Einer von beiden muss hier gelogen haben", sagt Staatsanwalt Ulrich Scherding.
s.a. Hat das Jugendamt im Fall Pascal versagt?
BZ – 27.11.2003
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