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Bad Schwartau – Wegen des Verdachts, ihre sechsjährige Tochter Anja getötet zu haben, ermitteln die Anklagebehörden gegen die 43-jährige Beate D. aus Bad Schwartau. Allerdings sind die Umstände des Todes der Sechsjährigen, die nach erstem Obduktionsergebnis erstickte, noch nicht endgültig geklärt. Das Kind war, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am Montag vergangener Woche von der Mutter tot in seinem Bett aufgefunden worden.
An der Aufklärung darüber, was genau in der Nacht vom 2. auf den 3. November in der Wohnung in der 2. Etage des Wohnblocks in Cleverbrück geschah, arbeiten Mordkommission und Staatsanwaltschaft. „Wir ermitteln wegen Totschlagverdachts gegen die Mutter“, erklärte Oberstaatsanwalt Günter Möllergegenüber der LN. Allerdings müsse noch geprüft werden, ob die Verdächtige zum Zeitpunkt des möglichen Tatgeschehens überhaupt schuldfähig gewesen sei. Ein psychiatrisches Gutachten ist in Auftrag gegeben.
Die Mutter selbst hat laut Möller am Morgen des 3. November eine Ärztin über das verstorbene Kind informiert. Diese stellte wenig später den Tod der Sechsjährigen fest und alarmierte die Polizei. Beate D., gegen die bisher kein Haftbefehl erging, begab sich später freiwillig in eine psychiatrische Fachklinik in Neustadt. Ein für die Ermittler denkbares Szenario des nächtlichen Geschehens: Die Mutter gab dem Kind Beruhigungsmittel und drückte ihm dann ein Kissen auf das Gesicht. Mehr Aufschluss über Einzelheiten erwartet die Anklagebehörde von ausstehenden toxikologischen und feingeweblichen Untersuchungen an der Kinderleiche in der Rechtsmedizin. Ein Motiv für die Tötung ist bisher nicht erkennbar.
In Bad Schwartau hat das schreckliche Geschehen Fassungslosigkeit und Bestürzung ausgelöst. „Wie konnte das in unserer unmittelbaren Nachbarschaft geschehen, ohne dass wir davon etwas mitbekommen haben?“ lautet die immerwiederkehrende Frage. Zugleich wurde aber auch bekannt, dass mindestens zwei Nachbarn sich Anfang September an das Jugendamt gewandt hatten, weil Beate D. mit vielen im Streit lag und mit der Betreuung ihres Kindes völlig überfordert schien.
Man habe sich Sorgen um das psychische Wohlergehen des Kindes gemacht, sagte einer derjenigen, die Alarm geschlagen hatten. Das Jugendamt des Kreises Ostholstein führte wenig später ein Gespräch mit Beate D. Dabei hätten sich aber keine Anzeichen ergeben, die um die Gesundheit des Kindes hätten fürchten lassen, erklärte die Sprecherin der Kreisverwaltung.
11. November 2003, Lübecker Nachrichten
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