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Eine „Familienhebamme“, wie sie vor einem Monat auch in Langenfeld eingestellt wurde, gibt es bereits seit etwa 1980 in Bremen, seit 1988 in Köln und seit 2006 in Monheim. „In Verbindung mit dem Mo.Ki-Netzwerk ist Monheim da wirklich ein Vorreiter in Sachen Frühwarnsystem“, lobt Amtsinhaberin Sandra Pantuschky.
Einen vollen Tag in der Woche arbeitet sie als „normale“ Hebamme in der gynäkologischen Gemeinschaftspraxis Gethmann / Fester, hat dort viele Frauen aus dem Berliner Viertel kennengelernt – und gemerkt, dass einige von ihnen intensivere Betreuung benötigen als die von der Krankenkasse bezahlten paar Monate. Vertrauen ist eine wichtige Basis, denn „Frauen, die Hilfe brauchen, kommen eigentlich nicht von allein“, weiß die 35-Jährige. Neben der wöchentlichen Hebammensprechstunde im Interkulturellen Frauentreff, wo Pantuschky zur Förderung der Mutter-Kind-Bindung auch Babymassage-Kurse anbietet, erhält sie Aufträge vom Jugendamt.
Zu ihren Klientinnen, deren Sprösslinge sie bei Bedarf bis zum Eintritt in den Kindergarten begleitet, zählen minderjährige Mütter ebenso wie psychisch kranke Frauen, deren Ressourcen in der Erziehungskompetenz gestärkt werden sollen. Freilich: „Ich bin keine Sozialpädagogin, sondern Hebamme“, verweist Pantuschky auf ihre Grenzen. Zwar möchte sie „so viel Hilfe wie möglich in die Familie hineinbringen, aber wenn Gefahr in Verzug ist, ist das Jugendamt gefragt.“
Nur wer die Sprache seines Gastlandes versteht, kann mitreden: bei Erziehungsfragen, auf Elternabenden, im täglichen Leben. Deshalb ist es unabdingbar, dass im Interkulturellen Frauen-Treff auch Sprachkurse angeboten werden. Dass manche Frauen aus dem Berliner Viertel vielleicht eher zur Brandenburger Allee gehen als die Schwelle einer Volkshochschule zu übertreten, hat auch etwas mit der verdienstvollen Arbeit von Gülendam Yilmaz – selbst Musterbeispiel gelungener Integration – und Sandra Pantuschky zu tun. Das gewachsene Vertrauen ist durchs miteinander reden und aneinander Anteil nehmen entstanden. Ein Vertrauensvorschuss, von der die Familienhebamme auch bei ihrer Arbeit in und mit sogenannten „Risikofamilien“ profitieren kann. Um sich dort verständlich zu machen, ist wiederum zuweilen eine „MultiMo“-Dometscherin wie Yilmaz vonnöten. Fazit: Das Mo.Ki-Ko
RP-Online v. 9.7.
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