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Nach dem Hungertod eines Säuglings in Frankfurt (Oder) kritisiert der Verein Deutsche Kinderhilfe Direkt die Arbeitsweise der Jugendämter. Der Junge könnte mit großer Wahrscheinlichkeit noch leben, wenn die Defizite in der Jugendhilfe konsequent angegangen worden wären, sagte der Vorstandsvorsitzende Georg Ehrmann am Sonntag in Berlin.
Aktuelle Nachrichten - Berlin (ddp-lbg). Nach dem Hungertod eines Säuglings in Frankfurt (Oder) kritisiert der Verein Deutsche Kinderhilfe Direkt die Arbeitsweise der Jugendämter. Der Junge könnte mit großer Wahrscheinlichkeit noch leben, wenn die Defizite in der Jugendhilfe konsequent angegangen worden wären, sagte der Vorstandsvorsitzende Georg Ehrmann am Sonntag in Berlin.
Er verwies auf eine Mitteilung der Frankfurter Stadtverwaltung, wonach die Mutter bis zum 18. Geburtstag temporär durch das Jugendamt Frankfurt (Oder) betreut worden war.
Die Lebensumstände der 19-Jährigen, die aus «schwierigen familiären Verhältnissen» stamme, legten nach Erfahrungen mit vielen anderen überforderten Müttern den dringenden Schluss nahe, dass bei eigener Mutterschaft massive Probleme auftauchen würden. Das Jugendamt hatte aber nach eigenen Angaben seit April 2006 keine Kontakte mehr zu der Frau.
«Hier zeigen sich die eklatanten Schwächen in der Arbeitsweise von Jugendämtern», sagte Ehrmann. Die für Jugendliche zuständige Stelle kommuniziere nicht mit der Stelle, die junge Mütter betreut. Bereits mit der Geburt des Jungen hätte das Jugendhilfesystem greifen müssen. «Ein Abgleich mit den bestehenden Akten hätte hier ausgereicht, damit eine Familienhilfe zwingend zu bewilligen gewesen wäre», sagte Ehrmann.
Wichtig wäre auch, die Jugendämter zu informieren, wenn Mütter mit ihren Kindern nicht zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, sagte er. Bislang sei nicht bekannt, ob die 19-Jährige mit ihrem Baby bei den Untersuchungen war. Es spreche vieles dafür, dass dies nicht geschehen ist.
Der etwa sechs Monate alte Säugling war am Mittwoch tot aufgefunden worden. Die seit Freitag in U-Haft sitzende 19-jährige Mutter hatte angegeben, dem Kind nicht ausreichend zu essen gegeben zu haben.
(ddp)
17.2.08
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