FORUM: Internetzeitschrift des Landesverbandes für Kinder
in Adoptiv und Pflegefamilien S-H e.V. (KiAP) und der Arbeitsge-
meinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie (AGSP)


 

Diskussion / Jahrgang 2007

 

Mädchen misshandelt

Grüne fordern Konsequenzen beim Jugendamt

 

Jahrelang ist ein achtjähriges Mädchen von ihrer Mutter misshandelt worden, doch das Jugendamt bleibt dabei: Man habe nichts falsch gemacht, so die Sprecherin im ORF-Interview. Die Wiener Grünen fordern Konsequenzen.

Die Grünen verlangen "die restlose Aufklärung", eine Fehleranalyse und die Aufstockung des Jugendamts um weitere 36 Fachkräfte.

"Nur so kann im Sinne der Prävention gearbeitet werden, und nicht nur als Feuerwehr, wenn schon etwas passiert ist", betonte die Kinder- und Jugendsprecherin der Grünen Wien, Claudia Smolik.

Auch wenn es nach außen nicht den Anschein mache, das Jugendamt habe "gut gearbeitet" - bei dieser Aussage blieb Attwood im Interview mit ORF-Wien-Chefredakteur Paul Tesarek auch nach heftiger Kritik von allen Seiten an ihrer Behörde.

Sozialarbeiter seien seit Jahren mit der Mutter des Kindes in Kontakt gestanden, die sich kooperativ gezeigt hätte. Man habe zwar seit 2001 gewusst, dass es mehrere Probleme gibt, allerdings hätte man zuvor nie eine "Gefährdungssituation" oder Misshandlungsspuren festgestellt.

Dass das Jugendamt nicht reagierte, als ein Bekannter mit dem verprügeltem Mädchen beim Jugendamt erschien und den Zeugen stattdessen mit einer "Lösung bis Weihnachten" vertröstete, konnte Attwood allerdings auch nicht erklären.

Mit Bisswunden, blauen Flecken am Hals, Schürfspuren und nur mit einem Pyjama flüchtete das Mädchen am Wochenende zu einem Bekannten, nachdem die Mutter das Kind um 1.00 Uhr aus der Wohnung geworfen hatte. Gemeinsam mit einem Onkel ging der Mann zum Jugendamt.

Nur weil sich die beiden mit einer "Lösung bis Weihnachten" nicht zufrieden geben wollten, verständigten sie weiter die Polizei und schließlich das Bezirksgericht. Innerhalb von wenigen Stunden wurde entschieden, der Mutter doch die Obsorge für das Mädchen zu entziehen.

Konkrete Erklärungen zu der Causa wollte Attwood mit Hinweis auf die Privat- und Intimsphäre der Mutter und des Kindes nicht machen. Man müsse dem Jugendamt zudem einfach glauben, dass es sich in den vergangenen Jahren um das Mädchen gekümmert habe und keine Fehler passiert seien.

Attwood abschließend: "Im konkreten Fall ist sofort eine Familie eingesprungen. (...) Dieses Kind hat es auch aus eigener Kraft und Willen geschafft, sich Hilfe zu suchen und auch gewusst, wo es Hilfe findet."

ORF.at, 8.12.

 

 

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